QMB Infobrief Nr. 19 | Funktioniert die Zusammenarbeit? (17.10.2014)

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QMB InfobriefGuten Tag liebe Leserinnen und Leser,

die Frage ist sicherlich berechtigt, egal ob Sie an die Kollegen denken, mit denen Sie direkt zusammenarbeiten oder die Zusammenarbeit anderer beurteilen. Eigentlich läuft alles gut – und es ist dieses Wörtchen „eigentlich“, das mich immer stutzig werden lässt.

Ohne Zweifel gibt es viele Faktoren, die zur guten Zusammenarbeit dazugehören. Wie Sie sie auf sachlicher Ebene fördern können, will ich heute darstellen.

Beste Grüße

Ihre Elke Meurer

Bleiben Sie sachlich

Es geht um nichts anderes als Prozesse. Sie sollen stabil und verlässlich ablaufen. Sobald Sie einen Prozess gestaltet und vielleicht sogar schon optimiert haben, stellen Sie fest, dass die Schnittstelle zum Vorgänger- oder Nachfolgerprozess das nächste Problem darstellt. Es ist wie beim Staffellauf: Beide Läufer sind gut trainiert, kennen Ihre Stärken und wissen sie einzusetzen. Wenn jedoch die Übergabe des Stabes nicht funktioniert, ist alle Mühe umsonst.

 

Stellen Sie Kundenbezug her

Das interne Kunden-Lieferanten-Prinzip hilft dabei, den Zweck der Arbeit auf eine sachliche Ebene zu holen und außerdem die Konzentration auf das Wesentliche zu lenken: die Erfüllung eines Auftrages.

Die Prozesse betrachten einander als Kunden und Lieferanten, die Schnittstelle ist der  jeweilige Übergabepunkt. Dabei ist es wichtig, die gesamte Prozesskette vom Ergebnis her zu betrachten (Produkt oder Dienstleistung für den Kunden). Prozesse nehmen innerhalb der Prozesskette sowohl Lieferanten- als auch Kundenposition ein:

Kunde: formuliert präzise Anforderungen an seinen Lieferanten (Vorgängerprozess)
Lieferant: arbeitet dem Nachfolgerprozess zu

Oftmals ist der Kunden-Prozess abhängig von der Qualtät der Zuarbeit. Jedoch kann der Lieferanten-Prozess nur gründlich arbeiten, wenn er präzise Informationen erhält.

 

Selbstkontrollen am Übergabe-Punkt

Es ist völlig normal, dass ein Kunde die erhaltene Ware erst prüft, bevor er sie weiterverarbeitet. Das ist auch jedem Kollegen mit dem Beispiel Warenversand plausibel zu erklären: Wenn das Paket ankommt, wird es geöffnet, geprüft und dann erst weiterverarbeitet. Ist etwas nicht vollständig oder korrekt, erhält der Lieferant eine Information und die Möglichkeit zu korrigieren.

Beim internen Kunden-Lieferanten-Prinzip ist keine Kontrolle durch weitere Personen notwendig. Die Kollegen der Prozesse gestalten die Übergabe-Kontrolle selbst. Dabei halte ich es für dringend empfehlenswert, dass sich die Prozesseigner zuvor auf eine Checkliste (oder vergleichbares) einigen, was geprüft werden soll.

 

Problem Teamarbeit

Ein Blick in Stellenanzeigen verrät es jedem: Teamfähigkeit ist Pflicht. Manche sind ehrlich und sagen, dass sie nicht gerne im Team arbeiten. In der geschäftlichen Praxis lässt es sich jedoch nicht vermeiden. Wenn es eine sachliche Basis für die notwendige Zusammenarbeit gibt, beteiligen sich auch diejenigen, die der Teamarbeit lieber aus dem Weg gehen.

 

Organisieren Sie die Stabübergabe

Wenn klar ist, wann und wie der Stab übergeben werden muss, vermeiden Sie Fehler.
(c) Konstantin Gastmann | pixelio.de

Revision der ISO 9000 ff.

Bereits vor einem Jahr habe ich in meinem Blog mit dem Beitrag „Das Comeback der ISO 9002“ auf die mögliche Erweiterung der Normenreihe hingewiesen. Inzwischen ist es bestätigt, dass die ISO 9002 kommen wird.
Sie wird wahrscheinlich mit etwas Verzögerung auf den Markt kommen, da zuerst die Anforderungen der ISO 9001 feststehen müssen, damit ein sinnvoller Leitfaden geschrieben werden kann. Er soll bei der Einführung eines QM-Systems Unterstützung bieten.


 

Der QMB Infobrief im November

Leistungsindikatoren werden noch einmal mehr Thema im Qualitätsmanagement durch die Revision der ISO 9001. Kennzahlen sind eigentlich heute schon üblich. Im nächsten QMB Infobrief möchte ich einen Schwerpunkt darauf legen.

Der nächste QMB Infobrief erscheint am 21. November.

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