Nr. 48 | No risk, no fun?

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Risiken und Fehler sind nicht das gleiche

Seit etwas mehr als einem Jahr arbeite ich mit meinen Kunden am risikobasierten Denken.
Dazu gehört es zunächst einmal Risiken zu identifizieren. Damit tun sich viele schwer. Sehr häufig habe ich schon regelrechte Fleißlisten vorgefunden, wieviele Risiken man entdeckt haben will.

Wenn ein Sack Reis umfällt…

Nicht alles, was in der Welt passieren kann, ist für Ihre Organisation sofort ein Risiko. Wenn das Geschehen keinen Bezug zu Ihnen hat, ist es tragisch, aber nicht sofort ein Risiko wozu Sie Analysen anstellen und Maßnahmen einleiten müssen.

„Hochwasser“ ist ein häufig ins Bewusstsein gerufenes Bild, wenn es um Risiken geht. Damit es eine direkte Auswirkung auf haben kann, ist es notwendig, dass die Organisation in der Nähe eines Wassers ansässig ist, das Hochwasser führen kann. Selbst wenn dem so ist, muss folgende Faustformel greifen:

Ein Risiko entsteht dann, wenn eine vorhandene Schwachstelle in der Organisation bzw. in den Prozessen von einer Bedrohung betroffen ist.

Um das Stichwort Hochwasser aufzugreifen: Vorausgesetzt, das Unternehmen ist in der Nähe eines Flusses ansässig, so dass Hochwasser potenziell das Unternehmen erreichen kann, können wir über Auswirkungen des Hochwassers nachdenken.

Was passiert, wenn Hochwasser das Unternehmen erreicht? Ist es dann arbeitsunfähig? Oder dringt das Wasser „nur“ in den Keller ein? Nun sind Materialien im Keller gelagert, die ihren Wert besitzen – wenn es diesen Wert verliert, erleidet es dadurch einen Wertverlust, der die wirtschaftliche Existenz bedroht?

Wenn im Keller das Rechenzentrum mit Backups untergebracht ist und das Unternehmen, sagen wir ein Software-Experte, dadurch handlungsunfähig wird, liegt wahrscheinlich ein Risiko vor. Das eindringende Wasser ist eine Bedrohung. Sind die Backups nur dort untergebracht, trifft es auf eine Schwachstelle.

Beim Thema Maßnahmen sollte das Unternehmen bei sich selbst anfangen und nicht im Bau von Schutzwallen gegen Hochwasser (das Engagement darf gerne zusätzlich erfolgen).
Im Keller werden im Falle des Hochwassers Hardware-Komponenten vernichtet, die materiellen Wert besitzen, jedoch ersetzbar sind. Eine Versicherung kann für den materiellen Schaden einspringen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wann das Unternehmen wieder vollständig einsatzfähig ist.

Wichtiger sind die Backups. Hier werden sämtliche Daten – Kundenvorgänge und der Wert der Programmiererleistung – gespeichert und vernichtet. Diese zu rekonstruieren, ist kaum möglich. Das Unternehmen könnte Kundenaufträge nicht erfüllen und würde einen erheblichen Verlust erleiden. Daraus resultiert möglicherweise neben dem materiellen noch ein Imageverlust.

Also sollte das Unternehmen etwas gegen das Risiko „Datenverlust“ und nicht „Hochwasser“ unternehmen.

 

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