Nr. 44 | Wir und unser Umfeld | inkl. Download

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QMB Infobrief Blick über den Tellerrand

Bisher standen die Prozesse und wenige interessierte Parteien im Zentrum der Normenforderungen der ISO 9001. Jetzt verändert sich das QM-System, denn es wirft einen Blick über den Tellerrand.

Die meisten meiner Kunden zucken bei dem Thema noch nicht einmal. Denn es ist doch eigentlich logisch, die Unternehmen, diverse Kontakte und Geschäftspartner bei der eigenen Strategieplanung zu berücksichtigen.

Wer muss jetzt was machen?

Jedes Unternehmen, das nach ISO 9001 arbeitet (oder aufgrund der High Level Structure andere Systemnormen), muss die Anforderungen bezüglich des Kontextes der Organisation erfüllen. Inhaltlich geht es um die neuen Anforderungen, relevante Themen und Stakeholder zu kennen.

Wer muss nun innerhalb der Organisation diese Anforderung erfüllen und sich darum kümmern? Die Norm formuliert an dieser Stelle (wie so oft) „die Organisation muss„. Damit ist noch niemand festgelegt. Das regelt die ISO 9001 auch nicht. Immer, wenn diese Formulierung auftaucht, muss das Unternehmen festlegen, wer bzw. welche Funktion sich um die Erfüllung der Anforderung kümmert. Es wäre albern, alle diese Aufgaben dem QMB oder Qualitätsmanager zuzuschieben, nur weil sie in der QM-relevanten Norm stehen.

Für das Zuweisen von Verantwortlichkeiten und Befugnissen ist die oberste Leitung zuständig.

Wer kümmert sich um die Stakeholder?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Im Grunde sind hier viele Funktionen beteiligt:

  • die oberste Leitung, weil es um die Strategie der Organisation geht,
  • der QMB/Qualitätsmanager, weil er es in der Regel unterstützt, den Überblick zu behalten,
  • jeder Mitarbeiter oder jede Führungskraft, sofern Kontakt zu interessierten Parteien (Stakeholdern) besteht.

QMB Infobrief DownloadWie kann man die Anforderung sinnvoll umsetzen?

Im Downloadbereich zum QMB Infobrief finden Sie eine Tabelle, die Ihnen hilft.

Zunächst sollten Sie eine Übersicht der relevanten interessierten Parteien finden. In der Tabelle sind diese gruppiert (Kunden, Lieferanten usw.). Diese Tabelle beschäftigt sich nicht nur mit den interessierten Parteien, sondern auch mit den Themen, die ebenfalls im Kapitel „Kontext der Organisation“ gefordert werden. Themen und Stakeholder gehören in der Regel eng zusammen und können daher gemeinschaftlich behandelt werden. Die Spalten der Datei im einzelnen:

  • Perspektive/Interessierte Partei
    Tragen Sie hier entweder Gruppierungen oder Namen ein. Damit die Tabelle übersichtlich bleibt, empfehle ich Gruppierungen. Die Kriterien der Gruppierung müssen Sie festlegen und im Rahmen eines Audits rechtfertigen können.
  • Wettbewerbliche Themen/Verhandlungsstärke
    Der Schwerpunkt in dieser Tabelle liegt auf dem Thema Wettbewerb. Sie können das Thema entsprechend variieren, je nachdem, was für Sie zutreffender ist.
  • Auswirkung
    Welche Auswirkung hat der Stakeholder in diesem Thema auf Sie? Benennen Sie entsprechend positive und negative Aspekte.
  • Strategie
    Welche Strategie verfolgen Sie bezogen auf die Auswirkung. Beachten Sie dabei die grundsätzliche strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens.
  • Zeitraum
    Strategien sollen Wirkung zeigen, die in der Zukunft liegen. Hier erfolgen pro Gruppierung zwei Einschätzungen, die durch den Zeitraum definiert werden. Einmal die Betrachtung „heute“ (Sie können auch eine Jahreszahl eintragen) und die angestrebte Situation.
    Strategien wirken nicht von heute auf morgen, daher sollten realistische Zeiträume gewählt werden. Für die Zukunftsperspektive empfehle ich 3-5 Jahre als Minimum zu wählen.
  • Wie hoch ist die Auswirkung?
    Legen Sie eine kleine Skala zugrunde, damit Sie die Einschätzung visualisieren können.
  • Stärken/Schwächen
    Der Vergleich mit dem Stakeholder kann zu drei Einschätzungen bezüglich des Kräfteverhältnisses führen. Die Einschätzung wird auch hier mit der Zukunftsperspektive verknüpft.
  • Überwachung
    Die ISO 9001 fordert, die Veränderungen bei Themen und interessierten Parteien zu überwachen. Diese Spalte hilft Ihnen eine Regelung festzuhalten. Legen Sie vor allem auch Überwachungszyklen (oder -termine) fest, auch wenn die Norm diese nicht fordert.
  • Maßnahmen
    Für die praktische Umsetzung sind Maßnahmen notwendig. Klären Sie die Zuständigkeit. Wählen Sie eine sinnvolle Funktion und besprechen Sie mit der Person die Überwachungs- und Berichtsaufgaben.

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